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Gitarre&Bass 01/2006

Glockenklang Duo Neo Light und Duo Wedge Neo Light, Bassboxen

Wenn der Basston Gewicht haben soll, muss das auch die Bassbox haben. Sagte man früher. Aber da gab es ja noch nicht die leichten und trotzdem starken Neodym-Lautsprecher. Durch die sind die Neo-Boxen von Glockenklang ein echtes Gewichtswunder, ohne dass das klangliche Pfund darunter leidet.

Sowieso ist die Light-Version schon rückenschonend konzipiert und unterschreitet auch mit konventioneller Speaker-Bestückung die meisten Vergleichswerte. Durch die neuen Neodym-Lautsprecher schrumpft das Gewicht bei den leichten 2x10"-Modellen nochmals um dreieinhalb Kilogramm, das sind satte 20 Prozent! Zwar kostet der transportfreundliche Luxus extra, weil der Hersteller seine Neo-Lautsprecher mit der bekannten Gründlichkeit und höchsten Qualitätsansprüchen ausgesucht hat. Aber wer es sich leisten kann, freut sich spätestens beim nächsten Gig, dass er sein Geld in die Lebensqualität investiert hat: Die Duo Neo wiegt nur 15 kg, die für die Nahfeld-Beschallung vorteilhafte Wedge-Version bringt ebensowenig auf die Waage.

Klangverhalten
Grundsätzlich kann man den beiden Duo-Ausführungen das gleiche Klangverhalten bescheinigen - wenn da nicht die speziellen Verhältnisse bei der Schrägaufstellung der Wedge-Box für einen grundsätzlichen Unterschied sorgen würden, der aber unabhängig von den Eigenschaften der Lautsprecher ist. Vor allem das präzise Timing profitiert von den Nahfeld-Vorteilen der Wedge-Box, der Anschlagsklick geht einfach direkter ins Ohr als bei einer normal nach vorne abstrahlenden Box. Wobei letztere dann wieder in die günstigere Richtung strahlt, wenn man den Platz hat, einige Meter vor der Anlage zu stehen. Ob nun Normalform oder Schrägmonitor, die Wahl hängt also vom angepeilten Verwendungsfall ab, wobei man bei beiden Boxen-Ausführungen bei gleicher Aufstellung auch das gleiche Klangbild erwarten darf.

In der gewogenen Klangbalance sind die Duo-Modelle typische Glockenklang-Produkte mit klar definierter Feinzeichnung und gewogener Abstimmung aller Frequenzbereiche. Das etwas leichtere und luftigere Klangbild ist auch typisch für diese kleine Bestückung; selbstverständlich können zwei Zehnzöller nicht so solide und fundierte Bässe erzeugen wie eine 4x10"-Box. Das straffere Fundament dürfte in den meisten Situationen, beispielsweise in kleinen Clubs, sogar vorteilhaft sein und Gewummer zuverlässig vermeiden. Andererseits können die Neo-Lautsprecher ein sattes Pfund an Bass- und Tiefmitten-Boost locker und mühelos verarbeiten, wenn man mit Hilfe des Equalizers am Bassamp dann doch betont fette Sounds herauskitzeln will. Kein Zerren, kein Kontrollverlust, der sattbassig drückende Ton wird ebenso souverän und konturenscharf verarbeitet wie der neutrale Grundklang. Durchweg günstig darf man auch bemerken, dass bei der Neo-Bestückung die körperbildenden Mitten besonders fest und auch bei harter Spielwiese sauber wiedergegeben werden, so dass diese leichten 2x10"-Aggregate auch mit besonders offensiven Klangeinstellungen überzeugend rüberkommen.

Resümee
Dass Glockenklangs Light-Boxen mit Neodym-Bestückung zum leichtesten und transportfreundlichsten Bass-Equipment zählen, was man für Geld kaufen kann, steht außer Frage. Und überzeugend beweisen diese Kompaktboxen im Test, dass man für den Komfort keineswegs klangliche Kompromisse eingehen muss, denn was da sauber, konkret und aufgeräumt aus den Speakern tönt, ist typisch Glockenklang. Die beeindruckende Pegelfestigkeit auch bei saftigen Tiefen-Anhebungen beschert diesen Lautsprechern eine gehörige Klangflexibilität, denn man darf am Amp-EQ praktisch alles einstellen, was man will, der Ton bleibt fest und sauber!

Plus
Klangverhalten
Konkreter Mittendruck und Detailfeinheit, Pegelfestigkeit
Gehäusekonzept
Verarbeitung
Geringes Gewicht

Minus
Hoher Anschaffungspreis

Dirk Groll

Mit freundlicher Genehmigung des MusikMedia-Verlages, Köln

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