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Gitarre&Bass 9/04
Heart-Rock Bassverstärker
Feinheit und differenzierte Klangdarstellung sind unverzichtbare Qualitäten
für verwöhnte Musiker-Ohren, für ein körperliches Erleben
des Bass-Sounds braucht es zudem noch gehörige Kraft. Um die Nachfrage
nach extrastarker Leistung auf hohem Niveau zu bedienen, hat Glockenklang ein
neues Basstop mit fetter Endstufe geschaffen.
Wiedergabe
So unauffällig wie beim Soul arbeitet der Lüfter im Heart-Rock
nicht, was man aber bei einem Bassamp dieses Kalibers durchaus hinnehmen kann,
weil der Kraftprotz ja ohnehin eher dort eingesetzt wird, wo es laut ist. Wer
die hochwertige Vorstufe aber im Studio verwenden möchte, würde sich
über einen abschaltbaren Lüfter freuen.
Die großen Leistungsreserven verleihen dem 750-Watt-Verstärker eine
gehörige Autorität in der Wiedergabe, brutal wirkt der Heart-Rock
dabei aber nicht. Vielmehr zeichnet sich die Wiedergabe einerseits durch die
markentypisch filigrane Detaildarstellung und feine Ausgewogenheit in allen
Frequenzbereichen aus, andererseits hat man es hier dennoch nicht mit einer
knallharten HiFi-Kiste zu tun, denn da ist noch eine ausgewogene Gutmütigkeit
im Spiel, die auch knüppelharte Impulse im Bereich der Leistungsgrenze
wohlklingend in Szene setzt.
Glockenklang umgeht dadurch eine dynamikverzerrende Limiter-Schaltung und erreicht
durch den hörbar weichen, allmählichen Zerreinsatz aber eine ähnliche
Wirkung ohne störendes "Begrenzer-Pumpen". Und mit dem Gain-Regler
darf man sorglos spielen, um den Amp in die Übersteuerung zu fahren - harsche
Transistor-Verzerrungen bleiben hier zugunsten eines weichen, harmonischen Zerreinsatzes
außen vor. Obwohl hier jedes Klangdetail verlässlich und färbungsarm
zu Ohren gebracht wird, verhält sich der Heart-Rock bei Spitzenbeanspruchung
ein wenig wie ein Röhrenamp, wo Übersteuerungen ebenfalls nicht abrupt
und sägend einsetzen, sondern mit subtiler Kompression allmählich
die Pegelspitzen mehr und mehr verrunden und mit harmonischen Obertönen
versehen.
Harmonisch wirkt auch die überarbeitete Abstimmung der Klangregelung, wo
jeder Regler einen günstig ausgewählten Frequenzbereich aufgreift,
was in allen Kombinationen stimmige Sounds garantiert. Durch den etwas tiefer
angesetzten Mid-Bereich hält der Heart-Rock nun auch für betont knurrige
Rocksounds mehr Wärme und saftigen Druck bereit, so wie hier überhaupt
für Glockenklang-Verhältnisse viel "Sound" produziert wird.
Ganz dem Namen entsprechend, richtet sich dieses harmonisch abgestimmte Kraftpaket
an den Rock-Bassisten, der auf souveräne Pegelreserven und druckstarke
Klangabstimmung setzt.
Resümee
Durch den Heart-Rock wird das Glockenklang-Programm nicht nur rein leistungsmäßig
nach oben hin erweitert, auch der "Sound" bekommt eine neue Nuance
hinzugefügt. Mit der speziell im weichen Zerreinsatz überarbeiteten
Vorstufe und den saftig knurrenden EQ-Einstellungen geht die Marke hier einen
weiteren Schritt auf die Klangbedürfnisse der Rockbassisten zu, ohne dass
dabei die markentypischen Stärken in der Klangfeinheit und Detailauflösung
zu kurz kommen. Wer Glockenklang noch immer in der reinen HiFi-Liga einordnet,
ist spätestens seit dem klang- und leistungsstarken Heart-Rock nicht mehr
ganz auf dem Laufenden. Dieses Basstop führt überzeugend vor, dass
man einen souverän starken Rocksound auch ohne Einbuße an Detailfeinheit
rüberbringen kann!
Dirk Groll
Mit freundlicher Genehmigung des MusikMedia-Verlages,
Köln