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Gitarre&Bass 02/04
Soul Combo Uno Deluxe mit Zusatzbox
Bassanlagen von Glockenklang haben den guten Ruf, besonders sauber zu arbeiten, eben mit dem glockenreinen Klang. Darin steckt eine enorme Vielseitigkeit, die nicht nur den audiophilen Schöngeist anspricht – hier eine Glockenklang-Anlage, die mit sattem Fundament richtig rockt.
Der im Combo verwendete Soul-Bassverstärker kommt bei Bassisten aller Richtungen ohnehin gut an und zeichnet sich durch seine Preiswürdigkeit aus. Man bekommt solide 440 Watt mit fettem Netzteil und feiner Vorstufe auf sehr akkuratem Klangniveau geboten, wobei der Preis für die wertige Qualitätsarbeit eher zum unteren Rand des Konkurrenzfelds tendiert. Die 1x15“-Box Uno, als Combo-Lautsprecherteil und Zusatzbox in diesem Test präsent, bringt trotz des angenehm handlichen Volumens echten 15“-Tiefbass und drückt souverän ein tragfähiges Bandfundament heraus. Vierhundert Watt bassfester Ausgangsleistung und zwei Fünfzehnzöller, damit kann man sich in der Rockband Respekt verschaffen.
Wiedergabe
Mit der angegebenen Nennleistung von 440 Watt gehört diese Bassanlage nicht in den Hochleistungsbereich, wo heutzutage Bassamps mit rund einem Kilowatt keine Seltenheit mehr sind. Das macht der Soul Bassamp aber zu einem gewissen Teil wieder dadurch wett, dass seine Leistungsangabe vergleichsweise konservativ ist – hier bekommt man „echte“ 440 Watt Dauerleistung geboten, während man bei manch anderem, vermeintlich viel stärkeren Aggregat mitunter eine Peak-Power-Leistungsangabe vorfindet, wo dann die unbändigen Kräfte mehr oder weniger schnell unter einer basslastigen Klangeinstellung in die Knie gehen. Wie dem auch sei, im Praxistest beweist unser relativ kompakter Bassturm, dass er das tieftönende Instrument mit mächtigem Schub rüberbringen kann und sich auch durch eine tiefe H-Saite nicht in der festen, körperstarken Fundament-Wiedergabe beirren lässt.
Hier genau liegt die große Stärke unserer 2x15“-Zusammenstellung: in der souverän starken und dabei bemerkenswert exakten und impulstreuen Tiefbass-Wiedergabe. Was man den großen Fünfzehnzoll-Lautsprechern gemeinhin nachsagt, nämlich dass sie vergleichsweise „langsam“ und wenig impulsfrisch arbeiten, darf man bei der Glockenklang-Anlage getrost vernachlässigen. Zwar liegt hier der Druckpunkt der Wiedergabe bei neutral eingestellten Klangreglern fühlbar tiefer als z. B. bei einer Zehnzoll-Lautsprecherbestückung, aber von lahmen Ein- und Ausschwingvorgängen kann man dabei nichts Negatives bemerken. Ein saftiger Rockbass kommt mit souveränem Pfund aus den beiden Uno-Boxen, wirkt aber bis in den tiefsten Bässekeller hinab fest und wird mit sauberen Konturen abgebildet. Dieser knackige Tiefbass (sehr aufschlussreich ist dabei der Test mit dem Plektrum) gerät auch bei hohen Pegeln nicht so leicht ins Wummern und trägt dennoch fett und drückend einen opulenten Bandsound.
Des weiteren fällt bei der sauberen Tiefen-Reproduktion auf, dass ein lärmender Klangeindruck ausbleibt. Das deutet auf geringe Verzerrungen hin, so dass unsere Ohren hier nicht gestresst werden. Zunächst mag man deshalb einen geringeren Lautheitseindruck gewinnen, aber spätestens im Band-Kontext beweist diese Anlage, dass hier doch gehörige Kräfte wirken. Und wen man es mit der Aussteuerung übertreibt, geraten sogar die Übersteuerungs-Verzerrungen des Topteils klanglich recht angenehm und harmonisch, wenn dies auch nicht unbedingt der vorgesehene Betriebszustand ist und für Zerr-Orgien besser ein entsprechendes Effektgerät vorgeschaltet werden sollte. Ein weiterer Beweis für die Güte der Anlage ist, wie präzise die Wiedergabe auf die Klangregler-Einstellungen reagiert, so dass sich auch aggressive Mitten-Nuancen feinfühlig dosieren lassen.
Resümee
Dieser 2x15“-Bassturm beweist, dass man auch ohne anlagenmäßig vorgegebene Grobheit einen kraftvoll drückenden Rockbass erzeugen kann. Ausgesprochen vorteilhaft wirkt hier die impulsgetreue, feste Wiedergabe der tiefsten Frequenzlagen, der Bass klingt bis in hohe Pegel voluminös nach Bass und bleibt trotzdem knackig in Form. Mächtig und satt, aber ohne unkontrolliertes Wummern kommen die Fundamentnoten aus den Fünfzehnzöllern, auch die tiefe H-Saite wird mit souveräner Definiertheit reproduziert. Sattbassige Kraftentfaltung geht bei diesem immer noch handlichen Glockenklang-Bassturm mit fester Körperhaftigkeit einher – eine klangstarke Anlage für den Powerbass, bei der ein besonderes Gewicht auf der Tragfähigkeit des Sounds liegt.
Plus
Wiedergabeverhalten, satter Fundamentalton
Konkrete, feste Tiefenabbildung
Ausstattung
Verarbeitung
Kompakte Einzelkomponenten
Minus
Gewicht Kofferverstärker
Mit freundlicher Genehmigung des MusikMedia-Verlages, Köln
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