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Gitarre&Bass 07/2005

Glockenklang Take Five Neo Bassbox

Man glaubt es kaum, wie eine leistungsstarke 4x10“-Box fühlt sich dieses Leichtgewicht nicht an. Die neuen Neodym-Lautsprecher reduzieren bei Glockenklang das ohnehin günstige Gewicht der Light-Klasse nochmals deutlich. Eine erwachsene Bassbox mit 800 Watt Qualitätsklang bei nur 25 Kilo Gewicht, das ist ein Argument!

Zwar ist die Gewichtsersparnis auch mit einem fühlbaren Aufpreis verbunden, aber dann auch dem Befinden förderlich. Man kann es womöglich als authentischen Rock´n Roll empfinden, mit ausgeleierten Fingern den Gig zu spielen. Man könnte aber auch entspannter an die Sache rangehen, wenn das Equipment nicht so tonnenschwer ist. Der Neo-Generation von Glocklenklang gehört schon vorab das Wellness-Siegel verliehen!

Wiedergabe

Klar, trocken, direkt, aber trotzdem saftig in den tiefen Registern und mit souveräner Durchsetzungskraft geht die Take Five Neo zu Werke. Ausgewogenheit im Frequenzgang ist bei dieser Marke ja eine Selbstverständlichkeit, und auch das neue Neo-Modell hält sich an diese Vorgabe. Nichtsdetotrotz hat natürlich jede Lautsprecher-Bestückung ihren eigenen Charakter, und der liegt bei der Take Five Neo in der dichten Konzentriertheit des Tons, vor allem in den mittleren Charakterbereichen und im tiefmittigen Punch. Der eigentliche Tonkörper des Basses wird von diesem Lautsprecher gestärkt und kraftvoll in Richtung Magengrube übertragen. Nun wäre Glockenklang nicht Glockenklang, wenn solche Eigenschaften einfach mit schierer Kraft befördert würden – natürlich liefert die neue Box ihre Druckstärken mit eleganter Kultiviertheit, ohne dass dies auf Kosten der gediegenen Feinauflösung ginge. Und so kann man sich auch in den oberen Bereichen darauf verlassen, dass der Basston ohne aufdringliche Färbung mit fein perlender Brillanz wiedergegeben wird.

Das bewährte Tulip-Hochtonhorn integriert die Höhen homogen ins Gesamtbild, und der vorhandene Regler ist für eine „gerade“ Wiedergabe genau auf die Mittelstellung zentriert. Somit hat man noch einige Brillanzreserven zum Ausgleich einer muffigen Raumakustik in der Hinterhand, ebenso wie man in harten Räumen die passende Abdämpfung finden wird.

Zurück zu den Zehnzöllern. Lautsprecher mit Neodym-Magneten haben bislang noch immer eine bestimmte Eigenart gezeigt, nämlich eine ganz bestimmte Dichte in der Wiedergabe der Mitten. Wo konventionellen Speaker dann irgendwann die Puste ausgeht, wenn man hart in die Saiten geht, zeichnen sich die bislang erhältlichen Neodym-Typen durch besondere Belastbarkeit und Mitten-Festigkeit aus. Das macht auch bei der Take Five Neo die besondere Note aus, wobei sie die gesteigerte Körperhaftigkeit des Tons ohne Dröhn und mit trockener Direktheit präsentiert. Rocker und Groover bekommen hier also mehr Pfund und Growl geboten, aber das nach gepfleger Art des Hauses, nämlich mit einer universellen Ausgewogenheit und Detailfeinheit, so dass auch die Funk- und Jazz-Sounds dadurch gewinnen.

 

Resümee

Bei den besten Bassanlagen ist der Name Glockenklang eine verlässliche Größe, und dafür tut man auch etwas. Wenn man sich beispielsweise die ausgeklügelten Baudetails des leichten Sandwichgehäuses anschaut, sehen viele andere Fabrikate nach schlichter Kiste aus. In den ausgewogenen und detailfeinen Klang investiert dieser Hersteller viel Know How und Geschmack, so dass es keine Überraschung ist, dass auch der Schritt zum Neodym-Lautsprecher jetzt so überzeugend gelungen ist. Die bislang hart erarbeiteten Wiedergabe-Qualitäten sind auch bei der Take Five Neo voll präsent, aber es ist noch eine bemerkenswerte Prise an trockenem Punchdruck und konkreter Körperhaftigkeit hinzugekommen. Das in Anbetracht der sauberen Leistungsfähigkeit besonders geringe Gewicht verdient sowieso die höchste Punktzahl; und bei der souveränen Verbindung von Punchpower und Detailfeinheit müsste der neuen Neo-Box erstmal ein Konkurrent nahe kommen.

Plus

Minus

Dirk Groll

Mit freundlicher Genehmigung des MusikMedia-Verlages, Köln

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